ANNE SOBOURDY - Mein Nahtoderlebnis hat mich näher zu Jesus gebracht
- 11. Jan.
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Aktualisiert: 13. Jan.
Anne Sabourdy ist Leiterin und Gründerin der „Schule für Lebensrettung“ in Ostermundigen. Ihr Anliegen ist es, Lebensrettung für alle zugänglich zu machen – auch für Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen, die in klassischen Kursen oft übersehen werden.
In ihrem Beitrag erzählt sie offen von einer tiefgreifenden Nahtoderfahrung – einem Erlebnis, das ihr Leben nachhaltig geprägt hat. Es hat sie ermutigt, noch freier über Glaubensfragen zu sprechen und Menschen zu begleiten, die mit Angst, Tod oder existenziellen Fragen ringen. Anne ist Mutter von fünf Kindern und Großmutter von 15 Enkelkindern. Ihre Familie beschreibt sie als ihr grösstes Geschenk und als Quelle ihrer Kraft.

2003 musste ich wegen meines Rückenleidens für eine Operation ins Spital. Als Allergikerin weiss ich genau, welche schmerzstillenden Medikamente ich vertrage und welche für mich gefährlich sind. Der behandelnde Arzt wollte mir ein Mittel verabreichen, das für mich ausdrücklich verboten war. Obwohl ich ihn mehrfach auf meine Unverträglichkeit hinwies, glaubte er mir nicht. Er ignorierte meine Warnung – und spritzte mir das Medikament trotzdem.
Kurz danach geschah das Unvermeitliche: Nach 30 Sekunden erlitt ich einen anaphylaktischen Schock mit Herzstillstand. Mein Körper versagte, und ich glitt weg aus dieser Welt.
Vor mir öffnete sich ein dunkler Tunnel. In der Ferne hörte ich einen Chor, wunderbare, klare Engelstimmen, die mich anzuziehen schienen. Ich ging zügig darauf zu, fast wie geführt. Der Gesang wurde immer lauter, immer schöner. Dann stand ich plötzlich vor einem goldenen Himmelstor. Ein Ort von unbeschreiblicher Schönheit und Frieden. Ich wollte eintreten, voller Sehnsucht und Gewissheit, angekommen zu sein.
Doch in diesem Moment hörte ich eine liebevolle, warme und zugleich sehr bestimmte Stimme. Es war Jesus, der zu mir sprach: «Geh zurück. Deine Zeit, in den Himmel zu kommen, ist noch nicht da. Ich habe auf der Erde noch einen Auftrag für dich.»
Seiner Stimme konnte ich mich nicht widersetzen. Sie war voller Liebe, aber auch voller Klarheit. So machte ich mich auf den Weg zurück in den Tunnel. Die Engelstimmen wurden leiser, bis sie ganz verklangen.
Dann hörte ich plötzlich eine andere Stimme, viel näher und dringlicher: «Gott sei Dank, jetzt haben wir sie wieder!» Acht Minuten lang hatten die Ärzte versucht, mich zu reanimieren. Acht Minuten zwischen Leben und Tod.
Was für mich am schwersten war: dass ich nicht bei Jesus bleiben durfte. Die Sehnsucht nach diesem Ort und nach seiner Nähe begleitet mich bis heute. Gleichzeitig weiss ich, dass mein Leben hier auf der Erde einen Sinn hat – und dass ich eines Tages für immer bei Jesus sein darf. Diese Hoffnung trägt mich.




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